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Justiz im Nationalsozialismus - über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes

Wanderausstellung vom 19. Januar bis 23. Februar 2005

Wanderausstellung 19.01. bis 23.02.2005
Im Jahr 1990 wurde im Auftrag des Niedersächsischen Justizministeriums in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel eine Gedenk- und Dokumentationsstätte für die Opfer der NS-Justiz eingerichtet. Im damaligen Strafgefängnis Wolfenbüttel war 1937 eine von zwei zentralen Hinrichtungsstätten für Norddeutschland errichtet worden. Seit Oktober 1993 ist die Gedenkstätte der Landeszentrale für politische Bildung angegliedert.

In der Gedenkstätte wird seit 1999 die Ausstellung "Justiz im Nationalsozialismus – über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes" mit großem Erfolg gezeigt. Auf erschütternde und eindrucksvolle Weise wird dort verdeutlicht, wie die NS-Justiz bis in die letzten Kriegstage Menschen verfolgte und hinrichten ließ.

Die Weisungsunabhängigkeit der Justiz, die sie eigentlich vor Einflussnahme durch die Regierung schützen soll, wurde von dem NS-Regime systematisch ausgehebelt. Von den Nationalsozialisten wurden Teile der Justiz zunehmend als Herrschaftmittel mißbraucht.

Mit der Ausstellung stellt sich die niedersächsische Justiz der eigenen Vergangenheit, um lange Versäumtes und Verdrängtes spät, aber nicht zu spät zu leisten.

Damit trägt sie dazu bei, den Rechtsextremismus zu bekämpfen und für den demokratischen Rechtsstaat zu streiten.

Neben der festen Ausstellung wurde in den vergangenen Jahren eine Wanderausstellung bei verschiedenen Gerichten in ganz Niedersachsen präsentiert. Bereits mehr als 58.000 Besucher sahen bisher die erfolgreiche Ausstellung bei Amts- und Landgerichten in ganz Niedersachsen. Diese Wanderausstellung kommt nun auch nach Bückeburg. Die Basisausstellung wird dabei ergänzt durch Regionalteile, örtliche Veranstaltungen und ein umfangreiches Angebot an pädagogisch-didaktischen Materialien. Der enge Bezug auf Niedersachsen und Schaumburg soll zur Auseinandersetzung mit der lokalen Justizgeschichte anregen.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind:

Montag bis Donnerstag 7:30 Uhr bis 15:30 Uhr,
Freitag 7:30 bis 13:00 Uhr

Kostenlose Führungen für Gruppen sind auf Anfrage (Herr Sascha Hupe Tel. (05722) 290-0 (Zentrale), Fax (05722) 290-220, eMail: Sascha.Hupe@lg-bbg.niedersachsen.de) möglich.

Begleitprogramm:

Mittwoch, 19. Januar 2005, 19:30 Uhr
Auftaktveranstaltung
"Die NS-Justiz im OLG-Bezirk Celle”
Dr. Ulrich Hamann (Vizepräsident des Oberlandesgerichts Celle)

Dienstag 25. Januar 2005, 19:30 Uhr
"Schaumburger Justiz im Nationalsozialismus”
Dr. Stefan Brüdermann (Nds. Staatsarchiv Bückeburg)

Montag, 31. Januar 2005, 19:30 Uhr
"Der Verteidiger hat das Wort” (Spielfilm, Deutschland, 1944, s/w)
Film mit Erläuterungen
Univ.-Prof. Dr. Bernd Sösemann (Leiter des Bereichs für Kommunikationsgeschichte der Freien Universität Berlin)

Mittwoch, 02. Februar 2005, 19:30 Uhr
"Ein Landgerichtsdirektor aus Hannover beim Sondergericht in Prag”
Dieter Schneidewind (Präsident des Landgerichts Hannover)

Dienstag , 08. Februar 2005, 19:30 Uhr
"Das Heimweh des Walerjan Wróbel" (Spielfilm, Deutschland, 1990, farbe)
Todesstrafe für einen 16jährigen polnischen Zwangsarbeiter,
Film mit Erläuterungen
Eyke Isensee (Institut für Medienforschung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig)

Mittwoch, 16. Februar 2005, 19:30 Uhr
"Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Juristen im OLG Bezirk Celle 1933-1945”
Dr. Peter Schulze (Hannover)

Mittwoch, 23. Februar 2005, 19:30 Uhr
Abschlussveranstaltung
mit Fazit der Ausstellung

Hinweis
Alle Veranstaltungen finden ab 19:30 Uhr in Saal 10
(Schwurgerichtssal) im Landgericht Bückeburg,
Herminenstr. 31 statt.

Stand: 31.01.2005

Wanderausstellung 19.01. - 23.02.2005

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